Das Selbstvertrauen kehrt zurück

Das Selbstvertrauen kehrt zurück

Bettemburgs Fußballfrauen finden nach dem Abenteuer Champions League in ihren Rhythmus

Von Andrea Wimmer

- Luxemburger Wort, 24.9.2019

Wenn der Titelverteidiger mit zwei Siegen in die neue Saison startet, sieht das zunächst nach Routine aus. Aber für die Fußballfrauen des SC Bettemburg war der gelungene Auftakt der Meisterschaft 2019/2020 alles andere als selbstverständlich. Denn in den vergangenen Wochen gab es einige Enttäuschungen.

Für den großen Traum Champions League hatten sie auf Ferien verzichtet, hart gearbeitet und dennoch herbe Rückschläge erlebt. Den Supercup gegen Pokalsieger Racing verloren sie auch. Nun zeigen die Bettemburgerinnen wieder, was in ihnen steckt. „Nach zwei Monaten mit hohen Niederlagen gewinnen wir unser Selbstvertrauen zurück“, meinte Spielmacherin Léa Pizzimenti.

Der Meister siegte am zweiten Spieltag der ersten Liga mit 2:0 gegen den Mitfavoriten Niederkorn, nachdem er zuvor mit einem 3:0 gegen die Entente Rosport gestartet war. So souverän, wie die Resultate wirken, waren die Erfolge nicht. „Wir waren anfangs nervös“, berichtete Anouchka Besch, die das erste Tor durch Luzia Ruiz (33.') vorbereitete und in der Nachspielzeit nach einigen verpassten Chancen auch selbst zum Abschluss kam (90. + 2.').

Die Unsicherheit hatte mit den Erfahrungen auf internationaler Bühne zu tun. Die Gegner in der Champions-League-Vorrunde in der Ukraine waren deutlich stärker, entsprechend war man auch zuvor in Testspielen gegen bessere ausländische Mannschaften angetreten. Die negativen Resultate waren nicht leicht zu verdauen. „Wir wussten zwar, dass wir verlieren würden, aber dann haben diese Niederlagen doch dazu beigetragen, dass das Selbstbewusstsein sank“, so die Stürmerin.

Neustart nach europäischem Frust

„Wir wussten nach der Champions League, dass wir einen kompletten Neustart machen müssen. Und jetzt sehen wir auch, dass es wieder bergauf geht“, sagte Torschützin Ruiz. Die erst 16-jährige Offensivspielerin fand in der vergangenen Rückrunde ihren Platz in der Startformation, als mehrere etablierte Leistungsträgerinnen ausfielen.

Die Erfahrung im Europacup möchte sie nicht missen. „Wir haben zwar verloren, aber wir haben gelernt, uns genau zu platzieren“, erklärte sie. Allerdings seien Spiele in der heimischen Liga nicht mit den Partien gegen professionelle Teams zu vergleichen. „Die Mannschaften in der Champions League spielen viel schneller als die Gegner hier.“

Sie und ihre Kolleginnen sind dennoch überzeugt, dass die Plackerei über den Sommer nicht vergebens war. „Wir haben gut trainiert und mehr als sonst an unserer Physis gearbeitet. Das wird sich in der Meisterschaft noch auszahlen“, sagte Pizzimenti.

Die Spielerinnen sind wieder im Rhythmus des Liga-Alltags angekommen. Nur Bettemburg und der wohl stärkste Titelkonkurrent Racing haben bislang sechs Punkte geholt. Die Saison wird nicht leicht, denn auch weiterhin fehlen einige starke Akteurinnen wie die verletzte Kapitänin Karen Marin. Besch steht demnächst wegen ihres Studiums in Deutschland nicht mehr zur Verfügung.

Auch Niederkorn kann derzeit nicht vollzählig antreten. Unter anderem muss Amy Thompson lange aussetzen. Sabrina Deda fehlte ebenfalls. Pascale Frising zog sich in Bettemburg eine schmerzhafte Zehenverletzung zu. Zudem scheint sich das Progrès-Team beim Meister immer besonders schwer zu tun. „Bei uns spielt immer die Angst mit, wenn wir hier antreten“, so Frising. Niederkorn holte bislang erst einen Punkt. Doch die Kapitänin war zuversichtlich, dass sich die Mannschaft im Laufe der langen Saison steigern kann.


Bettemburg – Niederkorn 2:0 (1:0)

Bettemburg: Krier, Albrand, S. Correia, Aniset, Ney (77.' Crusel), Witry (88.' Garcia), Pizzimenti, Musselek, K. Thill, Ruiz (73.' A. Correia), Besch


Niederkorn: Margato, Charlet, Elias, Richards, Frising, Fernandez, Cuntz, Lavinas, Battisti, Tremont (73.' Rodriguez), Kloeckner

Torfolge: 1:0 Ruiz (33.'), 2:0 Besch (90. + 2.')

Gelbe Karten: Albrand (Bettemburg), Cuntz, Tremont (Niederkorn)

Besondere Vorkommnisse: Bettemburg ohne die Langzeitverletzten Marin und Oswald sowie die angeschlagene S. Ceman. Bei Niederkorn fehlten Deda und Thompson verletzt.

Schiedsrichter: Pascucci

Zuschauer: 100 (geschätzt)